19.07.09:
Bonjour mes amis,
ich bin gestern bzw. heute Nacht gut in Kamerum angekommen. Gut heisst soviel wie: mit 6 Stunden Verspätung, nach 23 Stunden des Unterwegsseins, aber ausser hungrig und müde ohne weitere Beschwerden.
Die Flüge (Frankfurt – Paris – Douala – Yaoundé) waren auch aufgrund von Turbulenzen anstrengend, aber dank Fensterplatz ab Paris wunderschön, zumal ich (wenn man vom Fallschirmsprung absieht) zum ersten Mal geflogen bin. Denen, die ähnliches bereits gesehen haben, muss ich wohl nicht erzählen, wie faszinierend das Meer, die Sahara und majestätische Wolkengebirge aus 10.000 Metern Höhe aussehen. (Natürlich habe ich meinem Status als ‚Tourist‘ alle Ehre gemacht und fotografiert wie bekloppt.)
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Die ersten 6 Tage werde ich nun in der Hauptstadt Yaoundé verbringen, wo ich mit 6 anderen Freiwilligen an einem Einführungsseminar teilnehme und landesspezifisch fitgemacht werde. Samstag geht es dann Bamenda – wo ich endlich meine Gastfamilie kennenlernen werde, hell yeah. Auf die bin ich richtig gespannt.
Im Moment sind wir in einer Art Jugendherberge/Hostel untergebracht, die von einem katholischen Orden geleitet wird. Ich bin mit den 3 anderen Mädels auf dem Zimmer. Die Betten sind nicht allzu weich, aber bequem. Fliessend kaltes Wasser ist vorhanden, „normale“ Toiletten auch – postsanitäre Reinigung mit Wasser statt Toilettenpapier und ähnliche Dinge, vor denen wir schon „gewarnt“ wurden, werde ich somit frühestens in Bamenda erleben.
Den heutigen Tag sind wir ruhig angegangen. Ausschlafen bis 11 (das lautstarke Singen der Sonntagsmesse im Innenhof hat mich nur kurz zu wecken vermocht), Duschen, Mittagessen in einem Restaurant. Vegan zu essen ist, wie ich mir schon dachte, kein Problem. Milch, Joghurt und Co. Gibt es fast nirgends, Fleisch dagegen wird viel gegessen aber kann weggelassen werden. Die erste Spezialität, die ich kosten durfte, waren frittierte Bananen. Bananen werden zu fast allem gegessen und auf die verschiedensten Arten (pikant und süss) zubereitet – ähnlich wie bei uns Kartoffeln.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir grösstenteils Yaoundé-besichtigend im Auto. Zusammenfassend könnte ich über die Stadt sagen: Voll, laut, hügelig und braun-grün. Viel Vegetation (Palmen, yeah!), ein etwas rücksichtsloser Strassenverkehr und natürlich Menschen faszinieren, der erhöhte Blick von einem der Hügel aus ist sogar noch schöner.
Sonst noch was?
Mittags waren es um die 30°C, im Moment 27°C, trocken (trotz Regenzeit), die Sonne geht um halb 7 unter, meinen Körper zieren schon einige Stiche (ob ein Malariafreund darunter war, zeigt sich in 3-4 Tagen) und mir, ja, mir geht es gut und ich freue mich riessig auf das, was da auf mich zukommt.
In diesem Sinne: Liebe Grüsse aus Kamerun und bis bald
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